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Viagra kaufen: der Rezeptweg, die Fälschungslage und was man dazu wissen sollte

Warum Sildenafil verschreibungspflichtig ist, wie der legale Weg in Deutschland aussieht, was Untersuchungen an online gekauften Tabletten gefunden haben und woran ein illegales Angebot erkennbar ist.

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Worum es in diesem Ratgeber geht

Warum Sildenafil verschreibungspflichtig ist, wie der legale Weg in Deutschland aussieht, was Untersuchungen an online gekauften Tabletten gefunden haben und woran ein illegales Angebot erkennbar ist. Das hier ist eine informative Einordnung, keine medizinische Beratung und kein Ersatz für das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Wir benennen offen, was die Studienlage zeigt, und was nicht.

Was diese Seite ist und was nicht

Viagra enthält den Wirkstoff Sildenafil und ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel ist Werbung außerhalb von Fachkreisen nach Paragraf 10 des Heilmittelwerbegesetzes nicht zulässig.

Diese Seite nennt deshalb keine Bezugsquelle, keinen Anbieter, keinen Preis und keine Dosierung. Sie erklärt, wie der vorgesehene Weg aussieht, warum es diesen Weg gibt und was Untersuchungen über den Markt außerhalb davon zeigen.

Ob Sildenafil für einen Menschen infrage kommt, entscheidet ausschließlich eine Ärztin oder ein Arzt nach einer Untersuchung.

Warum Sildenafil nicht frei verkäuflich ist

Die Verschreibungspflicht ist keine Hürde aus Prinzip. Sie hat zwei konkrete Gründe.

Der erste ist eine Wechselwirkung, die tödlich verlaufen kann. Sildenafil darf nicht zusammen mit Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren eingenommen werden, wie sie bei Angina pectoris verordnet werden. Die Kombination kann den Blutdruck lebensbedrohlich absacken lassen. Dasselbe gilt für bestimmte Mittel gegen pulmonale Hypertonie und für einige Substanzen aus dem Freizeitgebrauch.

Der zweite Grund ist die Frage, was hinter der Erektionsstörung steckt. Die Schwellkörperarterien sind eng, und eine Durchblutungsstörung macht sich dort früher bemerkbar als am Herzen. Eine neu aufgetretene Erektionsstörung ist deshalb häufig der erste sichtbare Hinweis auf ein Gefäßrisiko.

Wer die Tablette ohne diese Abklärung bekommt, bekommt eine Behandlung des Symptoms und verliert den Hinweis. Das ist der eigentliche Schaden am illegalen Markt, noch vor der Frage, was in den Tabletten steckt.

Wie der legale Weg aussieht

Der Weg führt in Deutschland über eine ärztliche Verordnung und eine Apotheke. Das gilt für die Apotheke vor Ort ebenso wie für eine Versandapotheke mit deutscher oder europäischer Zulassung.

Erforderlich ist ein Rezept. Sildenafil zur Behandlung von Erektionsstörungen ist in der Regel ein Privatrezept, weil Arzneimittel zur Verbesserung der Sexualfunktion nach Paragraf 34 des Fünften Sozialgesetzbuchs von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen sind. Die Verschreibungspflicht bleibt davon unberührt.

Der Patentschutz für Sildenafil ist ausgelaufen. Es gibt daher Generika mit demselben Wirkstoff, die deutlich günstiger sind als das Originalpräparat. Ob ein Generikum verordnet wird, besprechen Sie mit der Ärztin.

Eine ärztliche Fernbehandlung ist in Deutschland unter bestimmten Bedingungen zulässig. Auch dann steht am Anfang eine ärztliche Beurteilung und am Ende eine Apotheke, nicht ein Shop.

Was Untersuchungen an online gekauften Tabletten finden

Wie es um den Markt jenseits des Rezeptwegs bestellt ist, lässt sich nicht schätzen, sondern messen. Eine Arbeitsgruppe hat genau das getan und die Ergebnisse veröffentlicht.

Gekauft wurden 45 Proben eines gängigen Erektionsmittels über Internetangebote. Nach der Prüfung waren 9 Proben echt, 23 gefälscht und 9 nicht registriert oder nicht zugelassen. Bei 4 Proben ließ sich nicht klären, worum es sich handelte.

Die Befunde im Einzelnen sind aufschlussreicher als die Zahlen. Alle echten Proben enthielten den angegebenen Wirkstoff in ausreichender Menge. Die gefälschten enthielten stattdessen einen anderen Wirkstoff aus derselben Gruppe, einige davon in unzureichender Menge. Die nicht registrierten Proben enthielten überhaupt keinen der beiden Wirkstoffe. Einige Fälschungen lösten sich zudem nicht ausreichend auf.

Das bedeutet: Wer außerhalb des Rezeptwegs kauft, weiß nicht, welcher Wirkstoff in der Tablette ist, in welcher Menge und ob er überhaupt freigesetzt wird. Für eine Substanz mit einer potenziell lebensgefährlichen Wechselwirkung ist das keine Nebensächlichkeit.

Von 45 online gekauften Proben eines Erektionsmittels waren 23 gefälscht, 9 nicht registriert, 9 echt und 4 nicht eindeutig zuzuordnen.
Ergebnisse einer Untersuchung online gekaufter Proben. Gefälschte Tabletten enthielten einen anderen Wirkstoff als angegeben.

Woran ein illegales Angebot erkennbar ist

Es gibt einige Merkmale, die keine Auslegung zulassen.

Ohne Rezept. Ein Anbieter, der ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel ohne ärztliche Verordnung abgibt, handelt in Deutschland rechtswidrig. Das ist das einzige Kriterium, das man wirklich braucht.

Ein Fragebogen statt einer Untersuchung, ausgefüllt in zwei Minuten, mit einer garantierten Zusage am Ende. Eine ärztliche Beurteilung, die nie zu einem Nein führen kann, ist keine.

Auffällig niedrige Preise, Mengenrabatte und Packungsgrößen, die in der Apotheke nicht existieren.

Bezahlung nur per Überweisung oder Kryptowährung, ein Impressum ohne ladungsfähige Anschrift und eine Lieferung aus einem Drittland in neutraler Verpackung.

Und schließlich die Sprache: Wo mit Diskretion, Sofortwirkung und Erfolgsgarantie geworben wird, wird kein Arzneimittel verkauft, sondern ein Versprechen.

Warum eine Fälschung mehr ist als ein Betrug

Bei den meisten gefälschten Waren ist der Schaden wirtschaftlich. Man zahlt für etwas, das weniger wert ist. Bei Arzneimitteln ist die Rechnung eine andere.

Enthält eine Tablette einen anderen Wirkstoff als angegeben, dann gelten auch andere Wechselwirkungen und andere Gegenanzeigen. Wer sein Präparat nach Beratung ausgewählt hat und dann etwas anderes einnimmt, ist nicht besser informiert als vorher, sondern schlechter.

Enthält sie den richtigen Wirkstoff in unbekannter Menge, ist die Wirkung nicht einschätzbar. Und löst sich eine Tablette nicht ausreichend auf, wird der Wirkstoff nicht freigesetzt, obwohl er enthalten ist. Alle drei Fälle sind in der zitierten Untersuchung vorgekommen.

Am schwersten wiegt der vierte. Wirkstoffe aus dieser Gruppe dürfen nicht mit Nitraten kombiniert werden. Wer ein scheinbar wirkungsloses Präparat erwischt hat und deshalb die Menge erhöht, erhöht das Risiko genau in dem Moment, in dem er es für gering hält.

Hinzu kommt, dass es bei einem illegal bezogenen Präparat niemanden gibt, den man im Schadensfall fragen könnte. Weder eine Apotheke, die die Charge zurückverfolgt, noch einen Hersteller, der haftet.

Was Sicherheitsmerkmale leisten

Seit der Umsetzung der europäischen Fälschungsschutzrichtlinie tragen verschreibungspflichtige Arzneimittelpackungen in Deutschland zwei Sicherheitsmerkmale: einen individuellen Erkennungscode als Data-Matrix-Code und einen Originalitätsverschluss.

Die Apotheke prüft den Code vor der Abgabe gegen eine Datenbank und deaktiviert ihn dabei. Eine zweite Packung mit demselben Code fiele auf.

Dieses System schützt die legale Lieferkette. Es schützt nicht vor einer Packung, die nie in dieser Lieferkette war. Ein Code auf einer Packung aus einem illegalen Angebot lässt sich nicht überprüfen, und ein aufgedruckter Code allein beweist gar nichts.

Der praktische Schluss daraus ist unspektakulär: Der Schutz liegt in der Bezugsquelle, nicht in der Packung.

Die Abklärung ist wichtiger als das Rezept

Die meisten Menschen, die nach einer Kaufmöglichkeit suchen, haben eine Erektionsstörung, über die sie ungern sprechen. Das ist der eigentliche Grund, warum der illegale Markt existiert.

Dagegen hilft die Information, was bei einem Arzttermin tatsächlich passiert. In der Regel ein Gespräch, die Durchsicht der eingenommenen Medikamente, eine Blutdruckmessung und eine Blutuntersuchung auf Blutzucker, Blutfette und je nach Situation Hormonwerte. Eine körperliche Untersuchung gehört dazu, eine peinliche Prozedur nicht.

Häufig kommt dabei etwas heraus, das mit der Tablette nichts zu tun hat: ein bislang unbekannter Bluthochdruck, ein erhöhter Blutzucker oder ein Medikament, das die Erektionsstörung als Nebenwirkung hat und sich austauschen lässt.

Dieser Befund ist mehr wert als jede Packung. Er ist auch der Grund, warum diese Seite keinen Weg um ihn herum beschreibt.

Häufige Fragen

Ist Viagra in Deutschland rezeptfrei erhältlich?

Nein. Sildenafil ist verschreibungspflichtig. Ein Anbieter, der es ohne ärztliche Verordnung abgibt, handelt rechtswidrig. Grund für die Verschreibungspflicht sind unter anderem die potenziell lebensgefährliche Wechselwirkung mit Nitraten und die Notwendigkeit, die Ursache der Erektionsstörung abzuklären.

Wie häufig sind Fälschungen bei online gekauften Erektionsmitteln?

In einer Untersuchung von 45 online gekauften Proben waren 23 gefälscht und 9 nicht registriert oder nicht zugelassen. Nur 9 Proben waren echt. Gefälschte Proben enthielten einen anderen Wirkstoff als angegeben, nicht registrierte enthielten keinen der geprüften Wirkstoffe.

Zahlt die Krankenkasse Sildenafil?

In der Regel nicht. Arzneimittel zur Verbesserung der Sexualfunktion sind nach Paragraf 34 des Fünften Sozialgesetzbuchs von der Erstattung ausgeschlossen und werden auf Privatrezept verordnet. Die Verschreibungspflicht bleibt davon unberührt.

Schützt der Code auf der Packung vor Fälschungen?

Nur innerhalb der legalen Lieferkette. Die Apotheke prüft den individuellen Erkennungscode vor der Abgabe gegen eine Datenbank und deaktiviert ihn. Eine Packung, die nie in dieser Kette war, lässt sich damit nicht überprüfen. Der Schutz liegt in der Bezugsquelle.

Gibt es günstigere Alternativen zum Originalpräparat?

Der Patentschutz für Sildenafil ist ausgelaufen, es gibt Generika mit demselben Wirkstoff. Ob und welches Präparat infrage kommt, entscheidet die verordnende Ärztin. Verschreibungspflichtig sind Generika ebenso.

Quellen

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Keine medizinische Beratung. Die Inhalte auf Potenz-Magazin dienen ausschließlich der Information. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, bevor Sie ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen oder bei anhaltenden Beschwerden. Siehe unseren vollständigen medizinischen Hinweis.